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Jetzt aber!

„Anhand unserer neuen Sinus-Studie wissen wir, dass

es so etwas wie die eine Jugend nicht gibt“, sagt die zuständige

Ministerin: Sophie Karmasin hat beim Institut für Jugendkultur-

forschung eine Sinus-Studie in Auftrag gegeben, die zutage för-

dern sollte, wie die Jugend von heute so tickt, was sie ausmacht,

was sie will, wie sie in die Zukunft blickt. Institutschef Bernhard

Heinzlmaier hat nun die Ergebnisse. Eines davon ist, wenig über-

raschend, dass man Jugend

nicht per se als einheitlichen

Begriff gebrauchen kann, dass

die heterogene Masse der Ju-

gendlichen nicht in einen Topf

geworfen werden kann. Eine

seiner Hauptthesen ist seit

jeher, dass Jugend in viele ver-

schiedene Sinus-Mileus zerfällt

und auch dementsprechend zu

betrachten ist. Gemeinsam mit

Marktforscher Integral, der die

Systematik der Sinus-Milieus

quasi erfunden hat, hat Heinzl-

maier die Studie erstellt. Aus

ihren Ergebnissen sollen sich

für Wirtschaft und Werbung

genauso neue Aspekte und

Möglichkeiten für die Anspra-

che Jugendlicher ergeben wie

für die Politik. Heinzlmaier hat

aus seiner Untersuchung auch

so etwas wie eine Handlungs­

anleitung für den Umgang mit

Jugendlichen herausdestilliert:

Am 31. März will er sie beim Projekt „Zukunftsmaschine“ prä-

sentieren: Gezeigt werden sollen dann Medien- und Designtrends

aus den Sparten des Profit- und Non-Profit-Marketings für Junge.

Und er stellt zehn ausgewählte jugendliche Trendsetter vor, die

den Teilnehmern aus der Wirtschaft „direkt ins Gesicht sagen, ob

sie mit ihren Strategien und Designs richtig liegen“. Jugendminis­

terin Karmasin jedenfalls will die Ergebnisse aus Heinzlmaiers

Untersuchung künftig in ihre politischen Aktionen einbauen und

seine Empfehlungen für die Alltagsarbeit einer Jugendministerin

verwenden. „Den Stellenwert von Jugendlichen in unserer Gesell-

schaft entsprechend honorieren“, nennt sie das Polit-Sprech-tauglich. Und sie gibt dazu gleich ein Motto aus: „Youth in all

policies“. „Die Stimme der Jugend muss in allen Ressorts der

Bundesregierung gehört werden“, sagt sie. Was ihre Kollegen

in der Regierung dazu sagen und ob sie das auch so sehen, ist

nicht bekannt.

Syda Productions/Fotolia, cougarsan/Fotolia, Corporate Grassroots Factory, Andi Wenzl

bestseller

_eins 2016

9

besttrends

Willkommen in der

Zukunftsmaschine Jugend

Neue Disziplin aus den USA.

Ein „Corporate Grassroots Ma-

nager“, was macht der? Michaela Mojzis-Böhm hat die Antwort:

„In diesem Job setzt man eine Mobilisierungsstrategie um. Cor-

porate Grassroots Management bedeutet die Etablierung eines

unternehmerischen Fanklubs, sprich die Organisation jener

Menschen, die aus innerer Überzeugung die Anliegen des Un-

ternehmens unterstützen. Mit einer Corporate-Grassroots-Stra-

tegie wird die vorhandene Begeisterung für ein Unternehmen

erlebbar und sichtbar.“ Vor allem in den USA ist das schon fixer

Bestandteil erfolgreicher Unternehmenskultur. Mojzis-Böhm ist

in Europa so etwas wie eine Vorreiterin, eine Trendsetterin. Sie

hat 2011 in Wien die Corporate Grassroots Factory gegründet.

Als Mobilisierungsexpertin berät und begleitet sie mit ihrem

Unternehmen das „Involvieren von Fans in unternehmerische

Anliegen“. Mojzis-Böhm, seit über 20 Jahren als Beraterin und

Coach in Wien tätig, hat sich ihr Wissen über Corporate Grass-

roots drüben über dem großen Teich angeeignet. Sie weiß auch,

wie Corporate Grassroots von herkömmlichem Marketing klar

abzugrenzen ist. „Marketing will überzeugen und richtet sich

an Käufer“, sagt sie, „Corporate Grassroots arbeitet mit Über­

zeugungen, richtet sich an Unterstützer und stellt den Sinn

eines gemeinsamen Anliegens in den Vordergrund. Corporate

Grassroots pflegt Dialog und Austausch, ist eine

lebende, authentische Bewegung und hat stän-

dig neue Anfänge.“ Vor allem Sportvereine,

bei denen Fanarbeit wichtig ist, könnten

von diesem neuen Trend profitieren, der

langsam zu uns überschwappt.

Laola1 führt das Bundes-

kanzleramt in die Digitalwelt

Der österreichische Multimediadienstleister Laola1 wurde soeben Streaming­

dienstleister für das österreichische Bundeskanzleramt. Laola1 wird ab sofort

unter anderem die Pressefoyers nach dem Ministerrat über­

tragen – und übernimmt neben dem Livestreaming auch das

Monitoring sowie den Support der auf der offiziellen Website

von Bundeskanzler Werner Faymann eingebundenen Live­

streams. Darüber hinaus wurde ein eigener Player entwickelt,

mit dem bis zu vier verschiedene Sprachausgaben von Laola1

vertrieben werden können. Produziert werden die Inhalte

auch weiterhin vom Team des Bundespressedienstes, Laola1

streamt sie dann auf

www.bundeskanzleramt.at.

„Beim

Livestreaming ist es wie im Sport“, sagt Claus Hörr, stellver­

tretender Leiter des Bundespressedienstes, „es braucht

Schnelligkeit, verlässliche Leistung und hohe Anpassungs­

fähigkeit. Da haben wir mit Laola1 einen erfahrenen Partner.“ Laola1 ist im

Bereich ihrer digitalen Services bereits unter anderem für den Deutschen

Fußball-Bund (DFB), die Deutsche Eishockey Liga (DEL), die Beko Basketball

Bundesliga (BBL) und für den österreichischen Privatsender Puls 4 tätig. Auch

mit dem deutschen Bundesligisten VfB Stuttgart wird kooperiert.

Die Familienministerin will bei ihrer politischen

Arbeit mit Jugendlichen nun alles besser machen.

Will „Youth in all policies“ durchsetzen:

Jugendministerin Karmasin. Beraten

lässt sie sich dabei von Jugendforscher

Heinzlmaier.

Mach Fans zu Freunden!

Corporate-Grassroots-

Managerin Mojzis-Böhm