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D

er Luftverkehr schädigt das Kli-

ma, und zwar gewaltig. 2013

verursachte die Branche einen

Ausstoß von rund 700 Millionen Tonnen

Kohlendioxid. Wäre die globale Luftfahrt-

branche ein Land, läge es mit diesemWert

auf Platz sieben der größten Luftver-

schmutzer. Zu diesem Ergebnis kommen

neueste Studien – und sie haben Folgen:

Der politische Druck, das zu ändern, steigt.

Die UN-Behörde für zivile Luftfahrt denkt

etwa über neue Vorschriften nach, die

Emissionen in der zivilen Luftfahrt bis

zum Jahr 2050 zu halbieren.

Die Fluglinie easyJet geht schon einmal

mit gutem Beispiel voran und will ihre

Flotte mit einem klimaneutralen Antrieb

ausrüsten – für die Fahrt am Boden aller-

dings nur, wenn sich das Flugzeug nach

der Landung zum Terminal bewegt. Klingt

unbedeutender, als es ist: Pro Flug beträgt

die „Taxi Time“ bei easyJet rund 20 Minu-

ten, das entspricht sechs Millionen Meilen

pro Jahr. Dabei auf fossilen Treibstoff ver-

zichten zu können, würde vier Prozent des

jährlichen Spritverbrauchs der easyJet-

Flotte einsparen.

Der Plan zum Einbau des „Zero Emissi-

on Hydrogen Fuel System“ im Frachtraum

entstammt einem Ideenwettbewerb zur

Zukunft des Fliegens an der Universität

Cranfield: Eine Brennstoffzelle produziert

Energie aus Sauerstoff und Wasserstoff

und lädt eine Batterie auf, die zusätzlich

von einer Solarzelle und einem Energie-

rückgewinnungssystem beim Bremsen auf

der Landebahn gespeist wird, ähnlich wie

beim KERS-System in der Formel 1. Die

Batterie treibt dann Elektromotoren in

den Rädern an. Das einzige Abfallprodukt:

Wasser. „Wir werden das Konzept drei bis

fünf Jahre entwickeln und hoffen, dass wir

dann die großen Flugzeugbauer überreden

können, es auch umzusetzen“, sagt easyJet-

Chefingenieur Ian Davies. Ein Prototyp

soll noch heuer in Betrieb gehen.

Airbus und Boeing haben bereits mit

ähnlichen Systemen experimentiert. Am

Deutschen Zentrum für Luft- und Raum-

fahrt wurde sogar ein Flugzeug entwickelt,

das mit Brennstoffzellenenergie in der

Luft unterwegs ist: 2009 hob ein umge-

bauter Segelflieger zum Jungfernflug ab.

Noch ist alles aber nur eine Zukunfts­

vision, deren Realisierung unsicher ist,

aber der Druck steigt weiter.

BESTGREENSCREEN/Fotolia, esin turan

10

bestseller

_eins 2016

besttrends

Fliegen wird grüner

Die Fluglinie easyJet will ihre Maschinen mit spritfreien

Antrieben ausstatten. Nur am Boden allerdings.

Jobzufriedenheit in der Branche

Die fetten Jahre sind vorbei

Die Stimmung auf dem Arbeitsmarkt verschlech-

tert sich weiter. Wie eine Umfrage von Market-

agent unter 838 Journalisten aus Österreich und

Deutschland ergab, sind nur drei von zehn Be-

schäftigten mit den aktuellen Arbeitsbedingungen

zufrieden. In Zeiten der Digitalisierung kämpft die

Branche mit sinkenden Erlösen, dafür steigt der

Arbeitsdruck. In anderen Branchen sieht es nicht

viel besser aus. Die Allianz Versicherung verglich

zwei Onlinebefragungen unter 1.000 Berufstätigen

und kam zu einem beunruhigenden Ergebnis. 2010

waren noch 82 Prozent der Befragten mit ihrem

Job zufrieden, 2015 waren es nur noch 62 Prozent.

Der Trend reicht branchenübergreifend von der

Gastronomie bis zur Finanzwirtschaft: Die Leute

haben mehr Angst um ihren Job und sind mit der

Bezahlung weniger zufrieden. Die gestiegene Frus-

tration stelle ein massives Problem für die Arbeit-

geber dar, resümiert die Personalchefin der Allianz-

Gruppe Österreich, Inge Schulz. Unternehmen

seien gefordert, ihre Belegschaft

mit besseren Arbeitsbedingungen

zu motivieren. Was allerdings nicht

abgefragt wurde, war die Lage in

der Werbe- und Kommunikations-

wirtschaft.

bestseller

fragte bei

Markus Deutsch nach, dem Ge-

schäftsführer des Fachverbandes

Werbung und Marktkommunikation

der Wirtschaftskammer Österreich.

1

Die Konjunkturaussichten sind schlecht, der

Druck auf Unternehmen steigt. Auch auf die

Mitarbeiter in der Werbung und Kommunikation?

Ja, das geht nicht spurlos an uns vorüber. Arbeit-

geber und Arbeitnehmer sitzen im selben Boot.

Aber die mittelständischen Betriebe sind das

Rückgrat der Wirtschaft und ich glaube, dass beide

Seiten verantwortungsvoll miteinander umgehen.

2

Machen sinkende Etats und mehr Wett­

bewerb Probleme?

Es gibt eine Zurückhaltung der Wirtschaft bei den

Aufträgen. Die weltweit agierenden großen Marken­

artikelkonzerne stehen unter extremem Druck,

das wird weiterhin so sein. Dazu kommt, dass die

öffentliche Hand sparen muss und sehr viele Start-

ups und neue Unternehmen gegründet werden.

Dadurch erhöht sich der Druck auf die Preise.

3

Sollte man sich also lieber in einer anderen

Branche um einen Arbeitsplatz umsehen?

Nein. In der Werbung und Kommunikation zu arbei-

ten ist nach wie vor attraktiv – auch für Frauen. Die

Firmen setzen mit digitaler Kommunikation und

Onlinemarketing dazu auf ein Zukunftsthema.

Markus Deutsch

Saubere Norweger

Durchschnittliche Kraftstoffeffizienz der

Top-20-Fluglinien auf Transatlantikrouten, 2014

Quelle: icct

1.

Norwegian

2.

airberlin

+14 %

3.

Aer Lingus

+20 %

4.

KLM

+22 %

4.

Air Canada

+22 %

4.

Aeroflot

+22 %

4.

Turkish

+22 %

4.

Air France

+22 %

9.

Delta

+26 %

9.

Icelandair

+26 %

11.

Iberia

+30 %

11.

American

+30 %

11.

Alitalia

+30 %

14.

United

+36 %

15.

US Airways

+38 %

15.

Virgin Atlantic

+38 %

15.

Swiss

+38 %

18.

Lufthansa

+44 %

18.

SAS

+44 %

20.

British Airways

+51 %

Pax-km/l fuel

40

35

34

33

33

33

33

33

32

32

31

31

31

30

29

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27