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Martin Rausch, AndreyPopov/fotolia, Lydia Geissler/Fotolia

best

practice

P

flanzenliebhaber – ob mit oder ohne grünen

Daumen – lieben kaum etwas mehr, als eine

Pflanze auszuwählen, sie sorgfältig in die Erde

einzusetzen und ihre Entwicklung zu beobachten. Die

Verantwortung, diese Pflanze regelmäßig zu gießen und

für sie die richtige Sonnenlichtmenge und Temperatur

zu finden, muss allerdings meist von einem selbst über-

nommen werden. Es kann aber viele Gründe haben,

wieso man sich nicht selbst um seine Pflanze kümmern

kann oder will. Jedes Mal, wenn man in den Urlaub

fährt oder eine Geschäftsreise ansteht, beginnt die

Suche nach einer Person, die sich dazu bereit erklärt,

sich um die Versorgung der Pflanze zu kümmern – ob

Nachbar, Freund oder Verwandter. Wer darauf keine

Lust oder dafür keine Zeit hat, kann diese Arbeit auch

an Vivefy, einen intelligenten Blumentopf, abgeben.

Vivefy ist ein Wiener Start-up, das sich zum Ziel ge-

setzt hat, Pflanzenliebhabern unter die Arme zu greifen.

Das Produkt ist ein intelligenter Blumentopf, der in der

Lage ist, sich selbst zu versorgen – ohne Batterien und

Kabel. Der Blumentopf fasst genügend Wasser, um

Pflanzen jeglicher Art bis maximal fünf Wochen lang

komplett eigenständig zu versorgen.

Und wen als Pflanzenliebhaber das Bedürfnis über-

kommt, die Entwicklung seiner Pflanze im Blick zu

haben, dem steht die dazugehörige Vivefy-App zur

Verfügung. Diese gibt einen Überblick über Daten wie

den aktuellen Wasserstand und ob Sonnenlicht und

Temperatur für die Pflanze in Ordnung sind.

Das Investigativteam der

c’t

aus dem Heise-Verlag

ermöglicht es Menschen, auf Missstände hinzu­

weisen – sicher und auf Wunsch auch anonym. Das

Ganze versteht sich dezidiert nicht als Leaking-Seite, die Material unbearbeitet publiziert, denn:

alle zugespielten Informationen werden, so heißt

es, ausgiebig geprüft, durch weitere Recherchen

ergänzt und redaktionell aufbereitet. Whistleblower

sollen sich darauf verlassen können, dass alle Infor-

mationen sicher sind, und so ist das Kontaktformu-

lar werbefrei und PGP-verschlüsselt. Der dazuge-

hörige Briefkasten, um Dateien zu deponieren, ist

als Tor Hidden Service umgesetzt. Die einzige Vor-

aussetzung: Die Informanten müssen sich für die

Nutzung den Tor-Browser installieren, der es erlaubt,

anonym zu surfen und zu kommunizieren.

Weltweit setzen immer mehr Medienhäuser auf

einen solchen geheimen Postkasten. Der

Stern

etwa hat bereits 2012 einen elektronischen Brief-

kasten für Informanten eingerichtet,

The Guardian

lockt Whistleblower mit dem

Guardian

SecureDrop

und auch der

Tagesspiegel

ruft Leser seit dem

Vorjahr dazu auf, Missstände aufzudecken. Freilich,

gemeinsam weiß man mehr. Dennoch sehen Medien­

experten hinter dem Trend auch ein Risiko, denn

durch digitale Briefkästen sinkt die Hemmschwelle,

vertrauliche Informationen preiszugeben. Und trotz

technischer Sicherheitsvorkehrungen: hundert­

prozentige Quellensicherheit kann schlussendlich

niemand garantieren.

Start-up lässt

Pflanzen gedeihen

Whistleblowing

leicht gemacht

Wer von brisanten Informationen

Wind bekommen hat, diese aber

nicht selbst publizieren will,

kann sich künftig an die

Whistleblower-Plattform heise

Tippgeber wenden.

Vivefy ist ein intelligenter Blumentopf,

der in der Lage ist, sich selbst zu versorgen.

10

bestseller

_vier 2016